• Manfred Euler
Translated title of the contributionBiophysics of hearing : Operating principles, models and experiments
Das menschliche Gehör ist in der Lage, mechanische Schwingungsmuster im Innenohr im Nanometer-Bereich frequenzselektiv zu erfassen und in vielfältige Hörempfindungen zu wandeln. Den beeindruckenden Hörleistungen liegen komplexe biophysikalische Verarbeitungs- und Wandlungsprozesse in der Hörschnecke (Cochlea) zugrunde. Anders als ein Mikrofon ist die Cochlea kein passiver Schallempfänger, sondern sie arbeitet als mechanisch aktiver Verstärker und Signalanalysator, der sich selbsttätig den jeweiligen Signalverhältnissen anpasst. Die intelligente, adaptive Dynamik beruht auf der Kooperation vieler Teilsysteme, die von der makroskopischen über die zelluläre bis zur molekularen Ebene kohärent zusammenwirken. Die aktive Funktion des Innenohrs als ein selbstorganisierendes System, die resultierenden Nichtlinearitäten sowie deren konstruktive Rolle für das Hören werden anhand von Wahrnehmungs- und Modellexperimenten veranschaulicht. Sie demonstrieren die Besonderheiten der Physik in offenen Systemen fern vom Gleichgewicht, die für das Verständnis biologischer Prozesse grundlegend ist.
Original languageGerman
JournalPraxis der Naturwissenschaften - Physik in der Schule
Volume63
Issue4
Pages (from-to)5-14
Number of pages10
ISSN1617-5689
StatePublished - 2014

ID: 491093