DOI

  • Birke Weber
  • Anika Dreher
  • Aiso Heinze
  • Anke Lindmeier
Das ist für mich keine Frage, die ich im Unterricht behandeln würde. Das ist mir von meiner Herangehensweisetotal fremd. [. . . ] ich wüsste auch gar nicht, wie ich Schüler für so eine Frage motivieren sollte.“ – Dies ist die Antwort einer Mathematik-Lehrkraft auf die Frage, wie man Schülerinnen und Schüler entdecken lassen kann, dass die rationalen Zahlen dicht in R liegen. Selbst wenn die Lehrkraft in ihrem Studium an der Hochschule das nötige Fachwissen zum Thema Dichtheit erworben hat, so scheint ihr die Thematisierung dieser zentralen Eigenschaft im schulmathematischen Kontext eine (zu) große Herausforderung zu sein. Entsprechend entscheidet sie sich, dieses Thema nicht im Unterricht zu behandeln. Dabei ist es durchaus möglich, Schülerinnen und Schüler wesentliche Ideen zur Dichtheit entdecken und diskutieren zu lassen, beispielsweise durch die Aufgabe „Finde den kleinsten Bruch, der größer als√5 ist.“ Ein qualitativ hochwertiger Mathematikunterricht sollte genau solche Einblicke in zentrale mathematische Ideen ermöglichen. Dafür müssen Lehrkräfte jedoch ihr hochschulmathematisches Wissen im schulmathematischen Kontext lernförderlich nutzen können. Die notwendige Verbindung zwischen dem hochschulmathematischen Fachwissen und der Schulmathematik gelingt aber nicht immer automatisch, und es stellt sich die Frage, wie wir dies in Mathematikvorlesungen unterstützen können.
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftMitteilungen der Deutschen Mathematiker Vereinigung
Jahrgang29
Ausgabenummer2
Seiten (von - bis)84-88
Seitenumfang5
ISSN0942-5977
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 31.07.2021

ID: 1669094