DOI

  • Oliver Lüdtke
  • Alexander Robitzsch
In der psychologischen Forschung durchgeführte Messungen zur Erfassung von Konstrukten sind meistens mit einem Messfehler behaftet. Diese Messfehler führen zu verzerrten Schätzern von Populationsparametern und deren Standardfehlern. In den letzten Jahrzehnten hat sich im Bereich der Large-Scale-Assessments mit der Plausible-Values-Technik ein Verfahren zur Korrektur von messfehlerbehafteten Zusammenhängen zwischen latenten Variablen und beobachteten Kovariaten etabliert. Der vorliegende Beitrag führt anhand eines einfachen Beispiels aus der Klassischen Testtheorie in dieses komplexe statistische Verfahren ein. Es wird gezeigt, dass alternative Verfahren zur Schätzung von Personenwerten im Allgemeinen zu verzerrten Schätzungen von Zusammenhängen auf Populationsebene führen. In einer Simulationsstudie werden diese Befunde auf ein IRT-Modell für dichotome Indikatoren übertragen. Aus diagnostischer Sicht wird betont, dass Plausible Values nicht zur Schätzung von individuellen Fähigkeitsausprägungen verwendet werden sollen. Abschließend werden methodische Herausforderungen bei der Anwendung der Plausible-Values-Technik sowie das Potential für die psychologische Forschung diskutiert.
Titel in ÜbersetzungAn introduction to the Plausible Value Technique for psychological research
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftDiagnostica
Jahrgang63
Ausgabenummer3
Seiten (von - bis)193-205
Seitenumfang13
ISSN0012-1924
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2017

    Fachgebiete

  • Plausible Values, Large-Scale-Assessment, latente Variablen, Reliabilität, Missing Data

ID: 665967