• Christoph Borzikowsky
Mit einer Scheinbewegung (engl. "apparent motion") ist derjenige Bewegungseindruck gemeint, der bei einer schnellen und sukzessiven Präsentation von stationären Reizelementen entsteht (z.B. bei räumlich voneinander getrennten Lichtpunkten). Obwohl das Scheinbewegungsphänomen bereits seit über 100 Jahren bekannt ist, gibt es noch viele offene Fragen. So lassen Scheinbewegungsuntersuchungen mit Verdeckerreizen vermuten, dass eine Verdeckung ein ganz wesentlicher modellierender Faktor für das Bewegungsperzept darzustellen scheint. Eine Verdeckung wäre nämlich neben einer Bewegung eine gleichberechtigte Möglichkeit, das Verschwinden und Erscheinen von zwei Reizen zu erklären. Unklar ist aber noch, wie das Auftreten einer Scheinbewegungs- bzw. Verdeckungsinterpretation mit einer übergreifenden Theorie erklärt werden kann. Dieses Buch widmet sich der Beantwortung dieser Frage und liefert in fünf Experimenten empirische Belege dafür, dass Verdeckungshinweisreize tatsächlich eine entscheidende Rolle für den Scheinbewegungseindruck spielen. Diese Erkenntnisse unterstützen die relativ neue Perspektive in der Wahrnehmungspsychologie, dass das perzeptuelle System des Menschen wie ein intelligenter Problemlöseprozess funktionieren könnte.
Translated title of the contributionThe role of occlusion cues in apparent motion: An empirical analysis
Original languageGerman
Place of PublicationSaarbrücken
PublisherAV Akademikerverlag
Edition1.
Number of pages144
ISBN (Print)978-3-639-47963-8, 3-639-47963-7
Publication statusPublished - 04.10.2013

Publication series

NameReihe Humanwissenschaften
PublisherAV Akademikerverlag

ID: 1310361