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@book{bba1cc6fe6384efe89ad2d75a2af13c6,
title = "Dokumentierte Entwicklungsprozesse: Dokumentieren und Reflektieren als Beitrag zur professionellen Weiterentwicklung von Grundschullehrkr{\"a}ften in SINUS an Grundschulen",
abstract = "Reflexion wird als ein zentraler Bestandteil professionellen Lehrerhandelns verstanden und gilt als grundlegende F{\"a}higkeit, um das eigene Handeln weiterzuentwickeln. Wie langj{\"a}hrig im Beruf erfahrene Lehrpersonen jedoch ihr Handeln reflektieren, und wie sie dabei unterst{\"u}tzt werden k{\"o}nnen, dazu gibt es wenig empirisch gesichertes Wissen. Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, wie eine Gruppe von langj{\"a}hrig im Beruf erfahrener Grundschullehrkr{\"a}fte bei der Reflexion ihres gemeinsamen Entwicklungsprozesses vorgehen und welche Bedingungen die professionelle Reflexion im Rahmen des Professionalisierungsprogramms SINUS an Grundschulen f{\"o}rdern. F{\"u}r die Analyse wurden die prozessbegleitenden Dokumentationen von 79 SINUS-Schulgruppen mit insgesamt 449 Dokumentationsformularen hinsichtlich des Vorgehens beim Dokumentieren, der Qualit{\"a}t der Reflexion und des Ausma{\ss}es an Kooperation untersucht. Die Daten wurden dann mit Daten aus der Gesamtbefragung zur Zufriedenheit mit der Programmarbeit verbunden. Die Daten werden mit Hilfe qualitativer Kodier- und Sch{\"a}tzverfahren und in Kombination mit quantitativen Methoden hinsichtlich der Qualit{\"a}t und des Umfangs der Reflexion analysiert. In der Studie konnten f{\"u}nf verschiedene Dokumentationsmuster identifiziert werden, die sich im Ausma{\ss} und der Qualit{\"a}t der Reflexion zum Teil stark voneinander unterschieden. Fast ein Drittel der Stichprobe zeichnete sich durch unvollst{\"a}ndiges Dokumentieren und durch eine niedrige Reflexionsqualit{\"a}t aus. Hier wurden die Ereignisse und T{\"a}tigkeiten lediglich aufgez{\"a}hlt oder beschrieben. Die H{\"a}lfte der Dokumentationen zeigte bereits tiefergehende Reflexionen und prozesshafte Darstellungen, in denen die Erfahrungen kritisch beleuchtet, Alternativen aufgezeigt und R{\"u}ckschl{\"u}sse f{\"u}r die weitere Arbeit gezogen wurden. Die Verkn{\"u}pfung mit den Daten aus der Befragung der Lehrpersonen zur Zufriedenheit mit der Programmarbeit zeigte, dass die Lehrpersonen der Schulen, deren prozessbegleitenden Dokumentationen einer niedrigen Qualit{\"a}tsstufe zugeordnet wurden, geringere Zufriedenheit bei der Programmarbeit erleben und sich weniger unterst{\"u}tzt f{\"u}hlen, als die Lehrpersonen der Schulen, deren prozessbegleitenden Dokumentationen qualit{\"a}tsvoller sind. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Gro{\ss}teil der Schulgruppen professionell den Prozess ihrer Unterrichtsentwicklung dokumentierte und reflektierte. In der Untersuchung wurde jedoch deutlich, dass systematische Reflexion auch f{\"u}r erfahrene Lehrpersonen nicht selbstverst{\"a}ndlich ist und gezielt unterst{\"u}tzt und gef{\"o}rdert werden muss.",
keywords = "Implementationsforschung, Lehrerprofessionalisierung, Reflexion, Portfolio, Weiterbildung",
author = "Franziska Trepke",
note = "URN: urn:nbn:de:gbv:8-diss-160231",
year = "2014",
language = "Deutsch",

}

RIS

TY - BOOK

T1 - Dokumentierte Entwicklungsprozesse

T2 - Dokumentieren und Reflektieren als Beitrag zur professionellen Weiterentwicklung von Grundschullehrkräften in SINUS an Grundschulen

AU - Trepke, Franziska

N1 - URN: urn:nbn:de:gbv:8-diss-160231

PY - 2014

Y1 - 2014

N2 - Reflexion wird als ein zentraler Bestandteil professionellen Lehrerhandelns verstanden und gilt als grundlegende Fähigkeit, um das eigene Handeln weiterzuentwickeln. Wie langjährig im Beruf erfahrene Lehrpersonen jedoch ihr Handeln reflektieren, und wie sie dabei unterstützt werden können, dazu gibt es wenig empirisch gesichertes Wissen. Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, wie eine Gruppe von langjährig im Beruf erfahrener Grundschullehrkräfte bei der Reflexion ihres gemeinsamen Entwicklungsprozesses vorgehen und welche Bedingungen die professionelle Reflexion im Rahmen des Professionalisierungsprogramms SINUS an Grundschulen fördern. Für die Analyse wurden die prozessbegleitenden Dokumentationen von 79 SINUS-Schulgruppen mit insgesamt 449 Dokumentationsformularen hinsichtlich des Vorgehens beim Dokumentieren, der Qualität der Reflexion und des Ausmaßes an Kooperation untersucht. Die Daten wurden dann mit Daten aus der Gesamtbefragung zur Zufriedenheit mit der Programmarbeit verbunden. Die Daten werden mit Hilfe qualitativer Kodier- und Schätzverfahren und in Kombination mit quantitativen Methoden hinsichtlich der Qualität und des Umfangs der Reflexion analysiert. In der Studie konnten fünf verschiedene Dokumentationsmuster identifiziert werden, die sich im Ausmaß und der Qualität der Reflexion zum Teil stark voneinander unterschieden. Fast ein Drittel der Stichprobe zeichnete sich durch unvollständiges Dokumentieren und durch eine niedrige Reflexionsqualität aus. Hier wurden die Ereignisse und Tätigkeiten lediglich aufgezählt oder beschrieben. Die Hälfte der Dokumentationen zeigte bereits tiefergehende Reflexionen und prozesshafte Darstellungen, in denen die Erfahrungen kritisch beleuchtet, Alternativen aufgezeigt und Rückschlüsse für die weitere Arbeit gezogen wurden. Die Verknüpfung mit den Daten aus der Befragung der Lehrpersonen zur Zufriedenheit mit der Programmarbeit zeigte, dass die Lehrpersonen der Schulen, deren prozessbegleitenden Dokumentationen einer niedrigen Qualitätsstufe zugeordnet wurden, geringere Zufriedenheit bei der Programmarbeit erleben und sich weniger unterstützt fühlen, als die Lehrpersonen der Schulen, deren prozessbegleitenden Dokumentationen qualitätsvoller sind. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Großteil der Schulgruppen professionell den Prozess ihrer Unterrichtsentwicklung dokumentierte und reflektierte. In der Untersuchung wurde jedoch deutlich, dass systematische Reflexion auch für erfahrene Lehrpersonen nicht selbstverständlich ist und gezielt unterstützt und gefördert werden muss.

AB - Reflexion wird als ein zentraler Bestandteil professionellen Lehrerhandelns verstanden und gilt als grundlegende Fähigkeit, um das eigene Handeln weiterzuentwickeln. Wie langjährig im Beruf erfahrene Lehrpersonen jedoch ihr Handeln reflektieren, und wie sie dabei unterstützt werden können, dazu gibt es wenig empirisch gesichertes Wissen. Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, wie eine Gruppe von langjährig im Beruf erfahrener Grundschullehrkräfte bei der Reflexion ihres gemeinsamen Entwicklungsprozesses vorgehen und welche Bedingungen die professionelle Reflexion im Rahmen des Professionalisierungsprogramms SINUS an Grundschulen fördern. Für die Analyse wurden die prozessbegleitenden Dokumentationen von 79 SINUS-Schulgruppen mit insgesamt 449 Dokumentationsformularen hinsichtlich des Vorgehens beim Dokumentieren, der Qualität der Reflexion und des Ausmaßes an Kooperation untersucht. Die Daten wurden dann mit Daten aus der Gesamtbefragung zur Zufriedenheit mit der Programmarbeit verbunden. Die Daten werden mit Hilfe qualitativer Kodier- und Schätzverfahren und in Kombination mit quantitativen Methoden hinsichtlich der Qualität und des Umfangs der Reflexion analysiert. In der Studie konnten fünf verschiedene Dokumentationsmuster identifiziert werden, die sich im Ausmaß und der Qualität der Reflexion zum Teil stark voneinander unterschieden. Fast ein Drittel der Stichprobe zeichnete sich durch unvollständiges Dokumentieren und durch eine niedrige Reflexionsqualität aus. Hier wurden die Ereignisse und Tätigkeiten lediglich aufgezählt oder beschrieben. Die Hälfte der Dokumentationen zeigte bereits tiefergehende Reflexionen und prozesshafte Darstellungen, in denen die Erfahrungen kritisch beleuchtet, Alternativen aufgezeigt und Rückschlüsse für die weitere Arbeit gezogen wurden. Die Verknüpfung mit den Daten aus der Befragung der Lehrpersonen zur Zufriedenheit mit der Programmarbeit zeigte, dass die Lehrpersonen der Schulen, deren prozessbegleitenden Dokumentationen einer niedrigen Qualitätsstufe zugeordnet wurden, geringere Zufriedenheit bei der Programmarbeit erleben und sich weniger unterstützt fühlen, als die Lehrpersonen der Schulen, deren prozessbegleitenden Dokumentationen qualitätsvoller sind. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Großteil der Schulgruppen professionell den Prozess ihrer Unterrichtsentwicklung dokumentierte und reflektierte. In der Untersuchung wurde jedoch deutlich, dass systematische Reflexion auch für erfahrene Lehrpersonen nicht selbstverständlich ist und gezielt unterstützt und gefördert werden muss.

KW - Implementationsforschung

KW - Lehrerprofessionalisierung

KW - Reflexion

KW - Portfolio

KW - Weiterbildung

M3 - Dissertationsschrift

BT - Dokumentierte Entwicklungsprozesse

CY - Kiel

ER -

ID: 548566